Nachanalysen von Dopingproben als wichtiges Instrument für Antidoping Schweiz

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Kategorie:
Öffentlichkeit

Nachanalysen von Dopingproben gelten als wichtiges Instrument für die Dopingbekämpfung. Antidoping Schweiz hat Ende 2019 und Anfang 2020 erstmals langzeitgelagerte Proben einer Nachanalyse unterzogen.

Antidoping Schweiz hat Ende 2019 und Anfang 2020 erstmals langzeitgelagerte Proben einer Nachanalyse unterzogen. Insgesamt wurden rund 200 Urin- und Blutproben aus den Jahren 2010 bis 2016 und aus elf Sportarten nachanalysiert. In Zusammenarbeit mit dem Analyselabor in Lausanne wurden die Proben aufgrund von diversen Kriterien gezielt ausgewählt. Berücksichtigt wurden unter anderem internationale Vorfälle in den entsprechenden Sportarten, Entwicklungsschritte in der Analysetechnik sowie neue Erkenntnisse über verbotene Substanzen.

Die Resultate der Nachanalysen fielen durchgehend negativ aus, das heisst, es wurden auch bei einer erneuten Untersuchung der Dopingproben keine verbotenen Substanzen festgestellt. Die Wirksamkeit des Instruments konnte jedoch auf internationaler Ebene bereits demonstriert werden. Das Internationale Olympische Komitee (IOC) liess Nachtests von Dopingproben der Olympischen Spielen in London 2012 und Peking 2008 durchführen. Für London waren rund 10 Prozent der bisher bekannten Nachanalysen positiv, für Peking 2008 wurden über 7 Prozent der getesteten Athletinnen und Athleten nachträglich überführt. Durch Nachanalysen wurden insgesamt 111 Dopingverstösse nachgewiesen und sanktioniert.

Biologische Athletenpässe im Langzeitvergleich

Nebst dem direkten Nachweis verbotener Substanzen kann ein Verstoss gegen die Anti-Doping-Bestimmungen auch indirekt belegt werden. Hierzu werden bestimmte Parameter in Langzeitprofilen, den sogenannten biologischen Athletenpässen, erfasst. Im Gegensatz zu direkten Nachweisverfahren zielen die biologischen Athletenpässe auf eine langfristige Vergleichbarkeit der gemessenen Parameter – und bleiben somit auch in einer Phase mit weniger Dopingkontrollen ein wirkungsvolles Instrument.

Nachanalysen auch Instrument für die Zukunft

Die geltenden Bestimmungen geben den Anti-Doping-Organisationen die Möglichkeit, Dopingproben bis zu 10 Jahre aufzubewahren und zu einem späteren Zeitpunkt mit verfeinerten oder neuartigen Verfahren erneut zu analysieren. Zahlreiche positive Nachanalysen an Olympischen Spielen erhobener Dopingproben in der jüngeren Vergangenheit zeigen, dass die Langzeitlagerung und Nachanalyse von Proben ein äusserst wirkungsvolles Instrument ist, Athletinnen und Athleten nachträglich und mithilfe neuer Erkenntnisse zu überführen. Von dieser Möglichkeit wird Antidoping Schweiz auch in Zukunft Gebrauch machen.