Dopingliste

Die Liste der verbotenen Substanzen und Methoden (Dopingliste) wird in der Regel jährlich von der Welt-Anti-Doping-Agentur (WADA) veröffentlicht und tritt jeweils am 1. Januar in Kraft. Swiss Sport Integrity gibt jährlich eine Übersetzung dieser Dopingliste heraus.

Es ist die Aufgabe aller Sporttreibenden, sich regelmässig zu vergewissern, dass die von ihnen angewendeten Substanzen und Methoden im Sport nicht verboten sind. Im Alltag empfiehlt sich, dafür die Medikamentenabfrage Global DRO zu nutzen.

Medikamentenabfrage

Neu ab 2023

Die Dopingliste 2023 tritt per 1. Januar 2023 in Kraft und löst zeitgleich alle bisherigen Listen ab.

Für die Dopingliste 2023 hat die Welt Anti-Doping Agentur (WADA) das Verbot der Betablocker für zwei Sportarten erweitert. Zudem wurden diverse zusätzliche Beispiele bereits verbotener Substanzen ergänzt und formale Anpassungen vorgenommen. Die Änderungen betreffen insbesondere:

Betablocker im Minigolf und Unterwasser-Sport

Ab dem 1. Januar 2023 sind Betablocker in der Sportart Minigolf im Wettkampf verboten. Zudem wird das Verbot für Betablocker im Unterwasser-Sport in allen Unterdisziplinen von Freitauchen, Speerfischen und Zielschiessen auf den Zeitraum ausserhalb des Wettkampfes ausgeweitet. Somit sind Betablocker ab 2023 in diesen Disziplinen jederzeit verboten (zurzeit bereits im Wettkampf verboten).

Betablocker sind gemäss Dopingliste nur in bestimmten Sportarten verboten. Durch ihre beruhigende Wirkung auf Herz und Kreislauf, und Reduktion von Nervosität und Muskelzittern gilt das Verbot in Sportarten, in denen Präzision und Konzentrationsfähigkeit gefragt sind oder eine tiefere Herzfrequenz eine Leistungssteigerung erbringen können. Medizinisch werden Betablocker u.a. bei verschiedenen Herz-Kreislauf-Erkrankungen eingesetzt.

Neue Beispiele und Synonyme verbotener Substanzen

Für die Klassen der Anabolika und der Stimulanzien wurden neue Beispiele und Synonyme bereits verbotener Substanzen ergänzt. Voxelotor wird neu als Beispiel einer Substanz, welche die arterielle Sauerstoffsättigung erhöhen kann, als verbotene Substanz in der Klasse M1.2 genannt. Die Klasse S4.3 wurde um Myostatin-Vorläufer neutralisierende Antikörper ergänzt, und Apitegromab als Beispielsubstanz hinzugefügt. 

Eine umfassende Aufführung aller Änderungen wird von der WADA zur Verfügung gestellt.

Hinweis Dopingliste 2024

Die WADA hat zudem bereits beschlossen, dass die Substanz Tramadol (ein starkes Schmerzmittel) gemäss der Dopingliste 2024 im Wettkampf verboten sein wird. Dabei ist für Sportreibende wichtig zu wissen, dass gewisse Sportverbände Tramadol gemäss ihren Medical Rules bereits jetzt verbieten (z.B. die UCI in allen Radsport-Disziplinen).

Kriterien verbotene Substanzen und Methoden

Welche Substanzen und Methoden auf die Dopingliste aufgenommen werden, entscheidet ein Gremium der WADA, besetzt mit internationalen Experten: die sogenannte List Expert Group. Dabei werden Substanzen und Methoden nach drei Kriterien beurteilt: ob sie das Potenzial haben, leistungssteigernd zu wirken, ob sie ein Risiko für die Gesundheit darstellen, und ob sie dem Sportsgeist widersprechen. Zudem können Substanzen oder Methoden verboten werden, welche die Anwendung von verbotenen Substanzen oder Methoden maskieren.

Verbotene Substanzen und Methoden

Die Dopingliste teilt die verbotenen Substanzen und Methoden in verschiedene Klassen ein:

Jederzeit verbotene Substanzen und Methoden (im und ausserhalb des Wettkampfes)

  • S0 Nicht genehmigte Substanzen
  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumshormone, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S3 Beta-2-Agonisten
  • S4 Hormon- und Stoffwechsel-Modulatoren
  • S5 Diuretika und andere Maskierungsmittel
  • M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
  • M2 Chemische und physikalische Manipulation
  • M3 Gen- und Zelldoping

Im Wettkampf verbotene Substanzen und Methoden

  • S6 Stimulanzien
  • S7 Narkotika
  • S8 Cannabinoide
  • S9 Glukokortikoide

In gewissen Sportarten verbotene Substanzen

  • P1 Betablocker

Detaillierte Informationen und Wissen (über Substanzen und Methoden) werden in der Mobile Lesson «Substanzen und Methoden» von Swiss Sport Integrity vermittelt.

Spezifische und nicht-spezifische Substanzen und Methoden

Alle verbotenen Substanzen und Methoden werden in spezifische und nicht-spezifische Substanzen oder Methoden eingeteilt. Bei Verstössen gegen die Anti-Doping-Bestimmungen ist das Strafmass grundsätzlich höher, wenn dabei nicht-spezifische Substanzen oder Methoden zur Anwendung kommen. Die verbotenen Substanzen in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • S1 Anabolika
  • S2 Peptidhormone, Wachstumsfaktoren, verwandte Substanzen und Mimetika
  • S4.3 Substanzen, welche die Aktivierung des Aktivin-Rezeptors IIB verhindern (z.B. Myostatinhemmer)
  • S4.4 Stoffwechsel-Modulatoren
  • S6.a Nicht-Spezifische Stimulanzien

Die verbotenen Methoden in den folgenden Klassen werden als nicht-spezifische betrachtet:

  • M1 Manipulation von Blut und Blutbestandteilen
  • M2.1 Manipulation von Dopingproben
  • M3 Gen- und Zelldoping

Missbrauchssubstanzen

Einzelne verbotene Substanzen werden als Missbrauchssubstanzen eingeteilt, da jene Substanzen in der Gesellschaft häufig ausserhalb des sportlichen Kontextes missbraucht werden. Daher kann die Anwendung oder der Besitz der oben genannten Substanzen milder sanktioniert werden. Diese Bestimmung gilt nur, falls die Substanzen ausserhalb des Wettkampfes und nicht zum Zweck der Leistungssteigerung angewendet wurden.

Die Missbrauchssubstanzen umfassen abschliessend: Kokain, Diamorphin (Heroin), Methylendioxymethamphetamin (MDMA/«Ecstasy»), Tetrahydrocannabinol (THC).

Bestimmungen der Internationalen Sportverbände

Neben den weltweit gültigen Anti-Doping-Bestimmungen sind auch die Bestimmungen der Internationalen Sportverbände zu beachten. In bestimmten Sportarten sind gewisse Substanzen oder Methoden zusätzlich verboten, obwohl sie nicht auf der Dopingliste aufgeführt sind.

Beispiele:

  • Der internationale Radsportverband UCI verbietet die Anwendung des Schmerzmittels Tramadol. Die Substanz Tramadol ist jedoch nicht auf der Dopingliste 2023 aufgeführt. Achtung: Ab 2024 ist Tramadol gemäss Dopingliste in allen Sportarten im Wettkampf verboten.
  • Needle Policy: Gewisse Internationale Sportverbände und das Internationale Olympische Komitee regulieren die Anwendung jeglicher Injektionen während oder rund um ihre Wettkämpfe.